Textauszug
"Die
Zeitmaschine – oder Wer hat Angst vorm Spiel des Lebens?"


Szene III – Die Geburt
(Beate, die Fee, schiebt Claudia, das Medium „Zeitmaschine“ im
Rollstuhl auf die Bühne. Thomas, der Träger des Roten
Fadens folgt ihnen.)
CLAUDIA: Viel weiter in die Zukunft. Viel weiter weiter. Am Ende
der Zukunft.
BEATE (als ob sie übersetzen würde): Wir sind
am Ende der Zukunft, nicht jedoch am Ende der Zeit. Denn die Zeit
ist zeitlos unendlich, wie wir Feen es sind, nicht wahr?
CLAUDIA: Zukunft, weit so weit!
BEATE: Die Zukunft jedoch stirbt mit dem letzten menschlichen Wesen.
CLAUDIA: Letzte menschliche Wesen, Zukunft, weit viel weit!
BEATE: Wir hatten uns geirrt. Aber auch Feen dürfen sich irren. (Sie
macht einen Knicks.) Wir hatten behauptet, dass die Erde für
Mensch und Tier unbewohnbar geworden war.
CLAUDIA: Kopf, Kopf! Kopfmenschen!
BEATE: Nach der Generalverseuchung der Erde waren die Leiber der
Menschen abgestorben. Nur ihre Herzen und Köpfe lebten weiter.
Mit der Zeit wuchsen die Herzen aus den leblosen Körpern der
Menschen heraus, wurden größer und immer größer.
CLAUDIA (bezeichnet den Kreis mit einer Geste): Groß,
größer! Bumm bumm bumm, große Herzen!
BEATE: Die meisten Herzen starben an ihrer eigenen Größe
wie einst vor hunderttausend Jahren die Dinosaurier an ihrer Größe
zugrunde gegangen waren.
CLAUDIA: Bumm bumm bumm, Schluss, zu große Herzen!
BEATE: Die Köpfe, deren Herzen gestorben waren, hängten
sich an die überlebenden Herzen an, sodass seltsame Gewächse
entstanden. Jedes Herz ernährte eins zwei drei vier und mehr
Köpfe. So ging die Zukunft zu Ende. Oder auch nicht. Ich bin
nur eine Fee.
(Sie verschwinden. Licht auf eine schiefe Ebene, auf der sich
zwei riesige nackte, schlagende Herzen befinden. Rund um die Herzen
je vier Köpfe, die über Katheder mit den Herzen verbunden
sind.)


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