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Der 13. Gesang
der Hölle -
Außengesang

Sound-Oper
für Stadion mit Wald

 

Der 13. Gesang der Hölle - Außengesang

Die ungebrochene Anziehungskraft der Unnatur
Sound-Oper für Stadion mit Wald 
von Peter Wagner

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Unter Verwendung von Textzitaten aus Dante Alighieris "Inferno", Peter Wagners "Der 13. Gesang der Hölle - Innengesang" und Andrei Tarkowskis "Nostalghia“.
Übersetzung des Dante-Originaltextes: Katharina Tiwald

DarstellerInnen: Markus Achatz, Michael Kuglitsch, Michael Kristof-Kranzelbinder, Gerhard Lehner, Roswitha Soukup, Petra Staduan, Nadine Zeintl

Musik: WIENER GLASHARMONIKA-DUO (Christa Schönfeldinger, Gerald Schönfeldinger)
EROS KADAVER UND SEIN FÜRST- Eveline Rabold - voc, Georg Müllner-Fang - b, Rainer Paul - guit, featuring Gerhard Lehner - b-cl

Kostüm: Markus Kuscher, Ton und Videotechnik: Konrad Überbacher, Licht: Bernd Zadow, Zeichnungen ermordeter Kinder: Manfred Bockelmann, Kamera: Bernd Pfingstmann, Produktionsleitung: Dr. Melanie Markovic

BedienerInnen der Motorsägen: Roma Juch, Christine Oblak, Elisabeth Pirker, Vulpe Radu, Siegmund Unterweger, Wilhelm Weratschnig

Bauten und Assistenzen: Kerstin Haslauer, Alina Hainig, Claudia Lange, Vanessa Bacher, Harald Ronjak, Siegmund Unterweger, Franz Doliner

Regie: Peter Wagner

 

Fotos: Günter Jagoutz

Premiere im Wörthersee-Stadion im Rahmen von FOR FOREST: 3. Oktober 2019, 20:00 UhrBeginn; weitere Vorstellungen: 8. und 12. Oktober 2019, 20:00 Uhr
www.klagenfurterensemble.at

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Pressestimmen

„Der 13. Gesang der Hölle“ im Stadion als ke-Premiere

Die Vermessung des Menschseins

Das ke im Stadionwald: „Der 13. Gesang der Hölle“ zum infernalen Aufschrei verdichtet und auf der Empore gefasst, die wie ein Schiff über Bäumen treibt, aus denen Seelen der Selbstmörder raunen. Was sich am Donnerstag zur Uraufführung mit Peter Wagners „Sound-Oper“ abspielt, ist harte Vermessung des Menschseins, das den Himmel einreißt und daraus ein Inferno baut. 

Vogelgezwitscher und das Dröhnen von Motorsägen, Sangesklage und ein stummer, schwarzer Wald, der unverständlicherweise nicht, wie bei der Burgtheater-Lesung, vom ke genutzt werden durfte. Wie schade! Wäre das eindringliche Spiel um die conditio humana doch so viel stimmiger gewesen inmitten der Bäume, die als Seelengefängnis in Alighieris „Inferno“ wachsen. Dass Wagners hochkomplexe Paraphrase als Konglomerat aus Dantes bildmächtiger Sprache, eigenen Texten, Musik, Geräusch, Ton, Klang und Gesang dennoch funktioniert, ist der kompromisslosen Wucht und feinen Balance geschuldet, mit der Wagner eingespielte Demagogen wie Trump und Co. mit dem Höllengang des italienischen Dichters und Philosophen vernetzt und den „Außengesang“ im Stadion auf Großleinwand mit dem korrespondierenden „Innengesang“ verschließt, der gestern im ke uraufgeführt wurde.

Wunderbare Livemusik und Gesang (Eveline Rabold) von „Eros Kadaver und Sein Fürst“, die Dante-Rezitator Gerhard Lehner am Sax verstärkt, ätherisch die Klänge des Wiener Glasharmonika Duos, die jene fragile Hoffnung tragen, die in vielen Höllen brennt.

Irina Lino, Neue Kronenzeitung, 5. Oktober 2019 

„13. Gesang der Hölle“ im Stadion

Der Wald im Stadion wird auch zur Bühne ungewöhnlicher Aufführungen: Nach dem Burgtheater mit der „Hermannsschlacht“ hat am Donnerstag das ke-Theater bei „For Forest“ im Wörthersee-Stadion gastiert. Es war die Premiere einer „Soundoper“ zu Dantes „Inferno“. Der zweite Teil ist ab Freitag in der Messehalle 11 zu sehen.

„Der 13. Gesang der Hölle“ widmet sich den Selbstmördern und Verschwendern, die in der literarischen Vorlage von Dante ihre Ewigkeit eingeschlossen in Bäumen und Sträuchern verbringen müssen.

Viele Wege in den Freitod

Wege in den Freitod gibt und gab es viele, verzweifelte Liebe, verlorene Kriege nach ideologischem Größenwahn, oder auch politisch motivierte Selbstmordanschläge. Selbstmord und Verschwendung sind in Dantes 13. Gesang artverwandt und führen in den selben Kreis der Hölle.

Autor Wagner: Auch Gewalt gegen Natur

Regisseur und Autor Peter Wagner: „Diese Verbindung von Gewalt gegen sich selbst und Verschwendung – das heißt auch Gewalt gegen die Natur – ist ein gewichtiger Teil unserer derzeitigen conditio humana (Die Umstände des Menschseins; die Red.), wie wir sie heute erleben.“

Jeder weiß, dass der Mensch zu gierig ist und Ressourcen verschwendet, aber wir konsumieren eifrig weiter, ist die Botschaft des Stücks. Es zeigt eine selbstmörderische Todesspirale der Menschheit, gegen die die Jugend der Welt, mit den Demonstrationen für das Klima, vehement aufsteht.

„Das ist phänomenal, was derzeit passiert und ich habe das Gefühl, dass die jungen Leute sehr genau um die Gefahr des Selbstmordes des ganzen Planeten wissen und das auch transportieren“, sagte Autor Wagner.

Den Gedanken um die Gefahr für die Natur transportiert auch For Forest im Stadion. Es ist die zweite Spielstätte des Klagenfurter Ensembles mit ihrem Gesang der Hölle. Auch infernalischer Lärm ist Teil der Inszenierung, eine Metapher für die Abholzung der großen Grünen Lungen der Welt.

Eine Soundoper für Stadion mit Wald nennt der Regisseur diesen Teil. Einen üblichen Handlungsstrang findet man im 13. Gesang der Hölle nicht, vielmehr ist es eine Reihe von einzelnen Passagen, die eines vermitteln soll: Mensch fange an zu denken, bevor es zu spät ist, damit zu beginnen. Das Stück wird noch zwei Mal im Wörthersee-Stadion gezeigt, im ke-Theater läuft der 13. Gesang der Hölle bis 16. Oktober.

Bisher besuchten 100.000 Menschen den Stadionwald, bis 27. Oktober kann er noch besucht werden. Er ist bei freiem Eintritt von 10.00 bis 22.00 Uhr geöffnet. Der Zugang ist barrierefrei. Hunde dürfen nicht ins Stadion.

Horst Ebner, orf.at, 3. Oktober 2019

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