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Wenn wir einmal Engel sind
Fantasie für 4 Scanner und 1 Objekt

 

Die Inszenierung

Bühnenstück von Peter Wagner

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Pressestimmen

PROFIL:
Die Inszenierung vorher:

Einzelgängertum
Oftmaliges Wechseln des Platzes in der Klasse
O’seiln.
„Naja, macht eh nix“.

Die Inszenierung der Tat:
„Nach etwa einer Viertelstunde kommt er wieder aus dem Haus und fragt, ob er in die Schule zurück dürfe, er habe dort ein Heft vergessen.
Die Mutter, gerade beim Wäscheaufhängen, bemerkt nicht, daß der Bub einen Plastiksack bei sich hat. Darin verbirgt er die schwere Magnum und eine Menge Patronen, die ausgereicht hätte, ein gewaltiges Blutbad anzurichten.“

PROFIL: „Im Handarbeitsraum spielen die Mädchen gerade eine von Sandra mitgebrachte CD der einst als rechtsradikal verteufelten deutschen Pop-Gruppe ´Böhse Onkelz´, als Helmut gegen 15 Uhr wortlos zur Tür hereinkommt. Seelenruhig packt er die Magnug aus, kippt die Trommel zur Seite und schiebt rasch eine um die andere Patrone in die Öffnung. ´Schauts, was i hab´, lacht er sonderbar und zeigt prahlerisch das Schießeisen her. Im ersten Moment denken alle an einen Scherz, bis der hünenhafte Bursche der 160 cm großen, beim CD-Player stehenden Claudia die Waffe wortlos an die Schläfe hält. Claudia glaubt nicht, daß Helmut Ernst macht, steht aber wie in Todesangst erstarrt da.“

DER STANDARD, 29. Okt.97: „‚Angeben wollte ich. Wegen der Claudia.‘ Er habe immer schon eine fixe Freundin haben wollen. Doch die Claudia habe immer ´nur gelacht.´ Am 5. Mai habe er ein Bravo-Heft gelesen, dann habe er ´ein Mädchen haben wollen.´ Er ging in den Handarbeitsraum der Schule und hielt seiner Mitschülerin den Revolver an den Kopf. ´Was wollten Sie mit der Claudia?‘ fragt Richter Hubert Zak.“

DER STANDARD, 21.Nov.97: „Anita war dabei, als Helmut ... ‚der Claudia‘ die Waffe an die Schläfe drückt und ‚Ich will mit dir schlafen‘ schrie.“

PROFIL:
„Der Bursche befiehlt den Mädchen, sich auf den Boden zu legen, und feuert mehrmals gegen die Decke, sodaß Mörtelsplitter auf die Anwesenden herabregnen. ´Helmut, Helmut!´ schreit Lehrerin Kral verzweifelt, ´gib mir die Waffn, i helf dir, i red mit dir!´ Sie öffnet die Tür, ruft um Hilfe, er zerrt sie zurück und schleudert sie brutal rücklings zu Boden.

Kral verliert dabei die Schlapfen und ringt nach Luft, kommt aber wieder auf die Beine. In einem kurzen Gerangel versucht sie vergeblich, ihm die Waffe zu entwinden, die Mädchen unterdrücken ihr Schluchzen, weil ihn das offenbar noch unerbittlicher macht. Er ist käseweiß im Gesicht und wirkt auf eine Weise hart und haßerfüllt, wie es die Mädchen nie zuvor gesehen hatten. Als Kral kurz zurückweicht, drückt der Bursche ab. Das Projektil trifft die Lehrerin im Kinnbereich, sie wankt, bekommt keine Luft. Er drückt nochmals ab und trifft sie in die Brust. Blutüberströmt sinkt die Frau auf die Knie, sackt zur Seite. ‚Frau Lehrer, Frau Lehrer, des schaffen S‘, heulen die Mädchen, während Helmut Z. die Waffe nachlädt. ‚Jasi, komm her da!‘ schreit er. Einige Mädchen hören etwas von ‚Sex machen‘.“

DER STANDARD, 21.Nov.97: „‚Dann hat er nachgeladen‘, sagt Anita. ‚Wie er es aus den Videofilmen kannte‘, meint der Staatsanwalt. ‚Viel Blut war da‘, zeigt Anita. ‚Stirb du alte Sau!´, soll er gerufen haben. ´Hast du das genau gehört?´ fragt Verteidiger Andreas Löw. ´Stirb hat er ganz sicher gesagt´, flüstert Anita.“

DER STANDARD, 29.Okt.97: „‚Ganz cool‘, meint der Staatsanwalt. ‚Er hat die Waffe mit beiden Händen gehalten, sich breitbeinig hingestellt. Wie er es aus den Filmen kannte.‘ Annemarie Kral wurde in die Brust getroffen. Helmut zielte auf den Kopf und schoß noch einmal. ‚Stirb, du alte Sau‘, soll er gesagt haben, erinnern sich Mitschülerinnen. Als die Mädchen helfen wollten, schrie er ‚Die stirbt sowieso, die alte Sau.‘

PROFIL: „Im Keller stürzt die Schulwartin in den Informatikraum: ´Der Helmi draht ihm Werkraum durch.´ Christof Z. jagt die Stiegen hinauf und schreit von weitem: ´Helmi, was tuast?!´ Der Helmut trott aus der Klasse und fragt nur: ´Soll i mi umbringen?´ Statt dessen feuert er von der Balustrade im ersten Stock auf Getrude Winkler, die gerade im Parterre durch die Aula eilt. Mit einem Oberschenkeldurchschuß hechtet die Lehrerin in den offenen Vorraum zum Konferenzzimmer und bleibt dort mit einem Oberschenkelbruch liegen. Sie bindet sich mit dem Gürtel das Bein ab, während die nacheilende Schulwartin von innen die Tür versperrt.
Helmut Z. flüchtet mit dem Fahrrad des Bruders und wird später in der Zöbernau vom Nachbarn Johann Kollnhofer, der ihn mit dem Auto verfolgt hat, zur Aufgabe überredet. Beim Lokalaugenschein am vergangenen Mittwoch wird der ‚Aktionfilm‘ zur bitteren Realität. Helmut Z. bricht unter Weinkrämpfen zusammen.“