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Preise 2013 / 2014 / 2015 für Peter Wagner bzw. Offenes Haus Oberwart

Österreichischer Kunstpreis 2013 für das Offene Haus Oberwart

Ein Fest für das OHO aus Anlass des Österreichischen Kunstpreises 2013 - Teilaufzeichnung vom 9. März 2014

Pannonische Vielsprachigkeit in theatralischen Ohrwürmern
Das OHO bekommt ersten Kunstpreis für Initiativen

Oberwart/Felsöör/Borta/Erba - Am 28. Jänner 2014 wird Bundespräsident Heinz Fischer dem Offenen Haus Oberwart als erster Kulturinitiative überhaupt den "Österreichischen Kunstpreis 2013" verleihen. Bislang galt dieser Preis der Prämierung von je persönlichen Lebenswerken. Das OHO - Burgenlands einzige, noch dazu sehr emsig produzierende Kulturstätte - bekommt ihn für das seit mehr als 30 Jahren auf die Beine Gestellte.

Das wäre - so formuliert es Peter Wagner, der aktuelle Obmann - vor allem einmal, "gegen die Mechanismen von Mainstream und Markt über drei Jahrzehnte nicht nur überlebt, sondern sich sukzessive behauptet zu haben".

Das OHO, so lässt sich das auch sagen, versteht sich nicht im engen Sinn als Musentempel, sondern als breit gespannte Kulturkavallerie, die stets versucht, dem Pannonischen am Burgenland in den Sattel zu helfen.

Wie genau, das zeigt es gerade mit der - ja: zauberhaften - Produktion Der Fluss - Theater Essay in sechs gesungenen Sprachen, die gerade tourneet.

Peter Wagner hat dramaturgisiert, Ferry Janoschka arrangiert, das Ensemble präsentiert Lebenslieder und Totenklagen in allen pannonischen Sprachen. Am Montag, dem 25. November, auch im MuTH, dem Theater der Sängerknaben in Wien. (wei, DER STANDARD, 23.11.2013)

Preisübergabe in der Wiener Hofburg durch Bundespräsident Heinz Fischer und Kulturminister Josef Ostermaier

"Wächter über Oberwart" bekommt Bank Austria Kunstpreis 2014

TRAILER "Wächter über Oberwart"

"Wächter über Oberwart" - Beschreibung und weiterführende Links auf dieser Website

Offizielle, fünfsprachige Hompage "Wächter über Oberwart"

Zum zweiten Mal erhält das Offene Haus Oberwart (OHO) für seine Bemühungen um die zeitgenössische Kunst österreichweite Anerkennung. Am Freitag bekam die südburgenländische Kulturinitiative einen der hoch dotierten Bank Austria Kunstpreise.

Fotos von Christian Ringbauer aus dem Theater in der Josefstadt, 13. Feber 2015

Die Trophäe sieht eher bescheiden aus. Aber die je 35.000 Euro, die damit einhergehen, kann jedes der ausgezeichneten Kunst- und Kulturprojekte gut gebrauchen. Sie wurden aus 140 Einreichungen ausgewählt, zum Beispiel als ungewöhnliches Musikfestival, als Kinderliteraturprogramm, oder eben als regionale brückenschlagende Kunstinitiative. "Es muss innovativ sein, es muss niederschwellig sein. Es ist uns wichtig, dass Kultur etwas ist, wo Menschen Zugang haben können. Das darf keine Barrieren haben, muss leistbar und umsetzbar sein. Das sidn unsere Vorgaben für den Preis", sagte Jurymitglied Willibald Cernko.

Ganzheitlicher Ansatz

Typisch für das OHO ist der ganzheitliche Ansatz mit hohem Qualitätsanspruch und ohne Schielen auf Quoten. "Wir befinden uns offenbar in einer Zeit, in der die mediale Vermittlung von Kunst einer immer größeren Verflachung unterliegt. Hier einen Kontrapunkt zu setzen und darauf zu beharren, dass die Kunst das Exzeptionelle ist und auch bleiben muss, ist ein Auftrag den viele Leute mittlerweile erkennen", so Peter Wagner der Obmann des OHO. Die 35.000 Euro aus dem Bank Austria Kunstpreis hat das OHO schon verplant. Für das kommende umfassende Projekt "Social Design in der Provinz".

Spitzmüller: "Einen Besuch wert"

"Es ist schön mit anzusehen, wie die Arbeit des OHO zunehmend weit über die Grenzen von Oberwart und dem Burgenland hinaus wertgeschätzt und auch belohnt wird. Ich kann nur sagen: Jede Veranstaltung ist einen Besuch wert", so der Grüne Abgeordnete Wolfgang Spitzmüller. Eva Watzek-Hillinger, ORF-Burgenland

Burgenländischer Volkskulturpreis 2015 an Peter Wagner und Ferry Janoska für "Der Fluss"

Offizielle Website "DER FLUSS" mit aktuellen Vorstellungsterminen und Bestellungsmöglichkeit der Doppel_CD_Edition mit sämtlichen Liedern

Offizieller TRAILER "Der Fluss"

Zum Stück "Der Fluss - Die Lieder der Lebenden, die Lieder der Toten" mit Fotos und weiterführenden Links zu zahlreichen Videos

Zur Inszenierung "Der Fluss - Die Lieder der Lebenden, die Lieder der Toten" mit Fotos und mit weiterführenden Links

Laudatio für „Der Fluss“

von Michael Weese

Volkskultur ist Lebenskultur. Und Lebenskultur ist auch Lebensbewältigung. Die Lieder, die Peter Wagner und Ferry Janoska in der vielbeachteten Theaterproduktion „Der Fluss - Die Lieder der Lebenden, die Lieder der Toten“ sehr eindringlich und berührend auf die Bühne gebracht haben, erzählen von der Bewältigung des Lebens und des Sterbens, vom Lieben und vom Vergehen, von religiöser Hoffnung und von ängstigender Klage.

Mit der Bearbeitung der zum Teil jahrhundertealten Volkslieder hat der Komponist und Arrangeur Ferry Janoska die zum Teil vergessenen Melodien neu erfahrbar gemacht. Und der große Erzähler und Regisseur Peter Wagner hat mit seinem poetischen Werkzeugkasten einen wachen Blick auf die multiethnischen, multisprachlichen und multireligiösen Besonderheiten der einstmals und gegenwärtig im Burgenland lebenden Sprachgruppen  - der Deutschen, der Kroaten, Ungarn, Juden, Hianzen und Roma – geworfen.

Das alles verpacken die beiden nicht in ein fingerzeigendes, politisches oder ideologisches Statement, sondern in eine höchst poetische Aussage. Gerade aber deshalb erreicht die vielleicht wesentlichste Botschaft der Theaterproduktion viele Besucherinnen und Besucher nicht allein im Kopf,sondern vor allem im Herzen: die Botschaft von der Möglichkeit eines gelebten Miteinanders. Diese Kultur des Miteinanders ist unsere Lebenskultur. Und Lebenskultur ist Volkskultur: Meine Damen und Herren - Die Jury freut sich, Peter Wagner und Ferry Janoska den Burgenländischen Volkskulturpreis 2015 zuzuerkennen.

PRESSEMITTEILUNG

Ferry Janoska und Peter Wagner lehnen die Überreichung des Burgenländischen Volkskulturpreises 2015durch Landeshauptmann Hans Niessl ab -
nicht jedoch den Preis selbst! 

Zugleich ergeht an die zuständigen Stellen der Landesregierung das Ersuchen, die Dotation des Preises in der Höhe von € 1.500.- an die PANNONISCHE TAFEL zu überweisen.

Im April wurde ich in Kenntnis gesetzt, dass eine Jury dem burgenländischen Landhauptmann die Vergabe des Burgenländischen Volkskulturpreises 2015 an Ferry Janoska und mich vorgeschlagen habe, u.z. für die Produktion „DER FLUSS – Die Lieder der Lebenden, die Lieder der Toten – Theater-Essay in sechs gesungenen Sprachen des Burgenlandes“.

Bis heute fehlt jede offizielle Benachrichtigung an Ferry Janoska und mich, doch wurde uns vom Vorsitzenden der Jury mündlich mitgeteilt, dass die Übergabe des Preises durch Landeshauptmann Hans Niessl am Samstag, dem 20. Juni 2015, 14 Uhr im Dorfmuseum Mönchhof stattfinden werde.

Ferry Janoska, Angehöriger einer Volksgruppe, die der Vernichtungsmaschine der Nazis ausgesetzt war, und ich sehen uns durch die Etablierung einer emphatisch unterbemittelten, verhetzten und verhetzenden Partei in der burgenländischen Landesregierung außerstande, aus den Händen des für diese Entwicklung verantwortlichen Landeshauptmannes einen Preis entgegenzunehmen und für das obligatorische gemeinsame Foto zur Verfügung zu stehen. Wir werden aus diesem Grunde auch nicht persönlich bei der Verleihung des Preises zugegen sein, zumal wir das Fest seines Glanzes nicht berauben wollen.

Den Preis selbst lehnen wir aus folgenden Gründen NICHT ab:
1. wurde er von einer unabhängigen Jury vorgeschlagen;
2. kann er als Signal dafür gewertet werden, dass Volkskultur in seiner Komplexität mehr ist als dumpfe Brauchtumspflege - wie uns dies die blaue (Kultur)Politik Kärntens jahrelang vorexerziert hat;
3. vergibt der Landeshauptmann mit diesem Preis kein privates Geld, sondern jenes des Steuerzahlers im Namen des Landes Burgenland;
4. wollen wir mit der Weiterleitung des Preisgeldes in der vollständigen Höhe von € 1.500.- an die PANNONISCHE TAFEL ein Zeichen für jenen Ausdruck einer Volkskultur setzen, der der Not des anderen Menschen nicht nur mitfühlende, sondern tatkräftige Hilfestellung entgegenbringt.

Wir möchten mit diesem Akt daran erinnern, dass es einst vornehmlich das burgenländische Volk war, das in den großen Flüchtlingswellen 1956 und 1989 wie selbstverständlich und aus einem tieferen Wissen um die Not anderer Menschen Hilfe geleistet hat - jenes Volk, das heute so verunsichert erscheint und offenbar zunehmend bereit ist, den Populisten und Hetzern mehr Gehör zu schenken als jenen, die sich nach wie vor um konstruktive Lösungen für immer schwieriger werdende globale Probleme bemühen.

Peter Wagner, 19. Juni 2015